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Sommer, Strand und Sepsis-Risiko

07.07.2025

Die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis weist auf unterschätzte Sepsis-Risiken im Sommerurlaub hin.

Berlin, 7. Juli 2025 – Infizierte Insektenstiche, Vibrionen in der Ostsee, Blasenentzündung nach dem Baden: Auch im Urlaub lauert die Gefahr einer Sepsis. Pünktlich zum Beginn der Urlaubszeit weist die vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. initiierte Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis auf diese unterschätzten Risiken hin. Denn aus diesen Infektionsquellen kann eine lebensbedrohliche Sepsis entstehen. Umso wichtiger ist es, die Warnzeichen zu kennen.

Sepsis, umgangssprachlich auch „Blutvergiftung“ genannt, ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion und kann unbehandelt innerhalb von Stunden zum Tod führen. Jährlich erkranken in Deutschland mindestens 230.000 Menschen an Sepsis, mindestens 85.000 davon versterben. Viele dieser Todesfälle wären durch frühzeitige Erkennung und Behandlung vermeidbar.

Vielfältige Risikoquellen im Urlaub

Am Strand und im Wasser gibt es gleich mehrere Infektionsrisiken: Vibrionen – Bakterien, die bei Wassertemperaturen über 20 °C optimal gedeihen – breiten sich durch den Klimawandel immer weiter aus und sind mittlerweile auch in deutschen Küstengewässern nachweisbar. Sie dringen über kleine Hautverletzungen in den Körper ein, weshalb bereits winzige Schnitte, insbesondere für Menschen mit einer gestörten Immunabwehr, gefährlich werden können. Auch Verletzungen durch Korallen oder Seeigel schaffen tiefe Wunden, in die Keime eindringen können. Nach dem Schwimmen wird oft die nasse Badekleidung nicht gewechselt – eine klassische Ursache für eine Blasenentzündung, die unbehandelt zu einer Sepsis führen kann.

Doch auch scheinbar harmlose Urlaubssituationen bergen Gefahren: Infizierte Insektenstiche entstehen oft durch Kratzen, wodurch Bakterien von den Händen in die Wunde gelangen. Verunreinigte Eiswürfel können krankmachende Keime enthalten, die über den Magen-Darm-Trakt zu Infektionen führen. Selbst Hautinfektionen nach starkem Sonnenbrand sind problematisch, da die geschädigte Haut ihre Schutzfunktion verliert und Bakterien leichter eindringen können.

„Was viele nicht wissen: Jede Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen kann eine lebensbedrohliche Sepsis auslösen – sei es eine Schürfwunde beim Baden, eine Sommergrippe oder auch eine Magen-Darm-Infektion“, erklärt Dr. med. Ruth Hecker, Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e. V. und Initiatorin der bundesweiten Aufklärungskampagne #DeutschlandErkenntSepsis. „Gerade im Urlaub, möglicherweise fernab der gewohnten medizinischen Versorgung, ist es lebenswichtig, die Sepsis-Warnzeichen zu kennen.“

Diese Symptome sollten Urlauber:innen ernst nehmen

Wenn Urlauber:innen eine Infektion haben und zudem eines oder mehrere der folgenden Symptome feststellen, besteht Sepsis-Verdacht: starke Schmerzen oder ein nie gekanntes Krankheitsgefühl, Verwirrtheit oder Wesensveränderung, Atemnot, Herzrasen, niedriger Blutdruck sowie kalte, feuchte oder fleckige Haut.

Bei Unsicherheit hilft die Sepsis-Checkliste der Sepsis Stiftung weiter, die kostenlos auf der Website der Kampagne verfügbar ist.

Bei Sepsis zählt jede Stunde. Je schneller die Behandlung beginnt, desto höher sind die Überlebenschancen. Im Urlaub sollte man daher bei Verdacht auf eine schwere Infektion nicht zögern und sofort medizinische Hilfe suchen.

„Das Tückische an der Sepsis ist, dass ihre Symptome sehr unspezifisch sind und oft falsch gedeutet werden“, sagt Dr. Matthias Gründling, Sepsis-Forscher und Leiter des SepsisDialogs an der Universitätsmedizin Greifswald. „Dabei ist Sepsis ein medizinischer Notfall, der genauso ernst genommen werden muss, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall – auch und gerade im Urlaub, wo schnelle medizinische Hilfe nicht immer verfügbar ist.“

Risikogruppen besonders gefährdet

Sepsis kann jeden Menschen treffen, aber besonders gefährdet sind Menschen über 60 Jahre sowie Kinder und Neugeborene. Auch Personen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herz-, Lungen- oder Lebererkrankungen, immungeschwächte Patienten, Schwangere sowie Menschen ohne Milz sollten besonders vorsichtig sein.

Schutzmaßnahmen für den sicheren Urlaub

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit empfiehlt daher eine sorgfältige Reisevorbereitung: Bereits vor der Abreise sollten Urlauber:innen ihren Impfstatus überprüfen und fehlende Impfungen nachholen. Eine gut ausgestattete Reiseapotheke mit Desinfektionsmitteln und Verbandsmaterial sowie eine Auslandskrankenversicherung gehören zur Grundausstattung.

Regelmäßiges Händewaschen bleibt auch im Urlaub essenziell. Ausreichender Sonnenschutz verhindert Hautschäden, die Bakterien Eintrittspforten bieten. Ebenso wichtig: Auch eine Sommergrippe, Durchfall oder Blasenentzündungen sollten ernst genommen und auskuriert werden. Der Körper muss bei Infektionen trotz Urlaubsstimmung geschont werden.

Auch am Urlaubsort gilt besondere Vorsicht bei Wunden: Diese sollten sofort desinfiziert und gepflegt werden. Grundsätzlich sollte mit offenen Wunden nicht gebadet werden. Bei Verletzungen im Meer oder See ist es wichtig, umgehend aus dem Wasser zu gehen. Das Wichtigste bleibt aber, die Sepsis-Warnzeichen zu kennen.

Über die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis
Die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis wurde vom Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) e. V. initiiert. Zusammen mit den Partnern SepsisDialog der Universitätsmedizin Greifswald, Deutsche Sepsis Hilfe e. V. und Deutsches Qualitätsbündnis Sepsis (DQS) klärt die Kampagne die Bevölkerung und das medizinische Fachpersonal über die Prävention, Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Sepsis auf. Die Kampagne erhält eine Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und wird von zahlreichen Freund:innen sowie Förderpartner:innen unterstützt. Informationen und Einblicke gibt es unter: www.deutschland-erkennt-sepsis.de.

Pressekontakt:
Artur Krutsch,
#DeutschlandErkenntSepsis | APS e. V.
presse@deutschland-erkennt-sepsis.de | +49 (0)30 3642816 05

Verantwortlich

Eine Kampagne des Aktionsbündnisses
Patientensicherheit und seiner Partner.

Logo Bundesministerium für Gesundheit

 

in Kooperation mit
Logo Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V.
Logo SepsisDialog
Logo Deutsche Sepsis-Hilfe e.V.
Logo Deutsches Qualitätsbündnis Sepsis
Mit Unterstützung von
Logo Verband der Ersatzkassen (vdek) e. V.
Logo Becton Dickinson
Logo bioMérieux Deutschland GmbH
Logo Pfizer
Logo Shionogi