Je früher eine Sepsis erkannt wird, desto besser ist sie behandelbar.
Eine Sepsis entsteht, wenn das Immunsystem auf eine Infektion und ihre Erreger zu stark reagiert. Die Immunantwort gerät außer Kontrolle und schädigt auch die eigenen Organe. Es ist daher wichtig, so schnell wie möglich mit der Therapie zu beginnen:
Vor der Behandlung sollten zur Diagnose Blutkulturen und Proben vom Infektionsherd genommen werden – also dort, wo die Entzündung nachgewiesen oder vermutet wird. Wenn die genaue Ursache, also der Sepsisherd, bekannt ist, kann gezielter behandelt werden.
Behandlungssäule 1: Im Mittelpunkt der sofortigen Behandlung steht die Bekämpfung der Infektion. Daher sollte innerhalb einer Stunde nach Diagnose mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden. Die Antibiotika sollten so „breit“ sein, also für mehrere Erreger passend, dass sie alle vermuteten Sepsiserreger abtöten. Es kann zudem nötig sein, durch eine OP den Sepsisherd zu entfernen.
Behandlungssäule 2: Gleichzeitig wird Flüssigkeit über eine Infusion gegeben, um den Kreislauf zu stabilisieren. Bei Bedarf kommen Medikamente hinzu.
Ziel einer schnellen Behandlung ist es, die Sepsis so früh wie möglich zu stoppen. Denn schreitet die Sepsis weiter voran, kann es zu Multiorganversagen kommen. Dann kann eine intensivmedizinische Behandlung mit künstlichem Koma notwendig werden: Dabei werden lebenswichtige Körperfunktionen wie Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel stabilisiert und unterstützt.